Was dir niemand über umweltfreundliche Palmblattteller erzählt

Areca Palmen

Bis zum Ende des letzten Jahrzehnts waren Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit bei unseren Einkäufen nicht wirklich ausschlaggebend. Wir haben uns wenig damit beschäftigt, wie ein Produkt hergestellt wird oder welche verheerenden gesundheitlichen und umwelttechnischen Auswirkungen von Kunststoffprodukten ausgehen können. Heute hat sich in weiten Teilen der Bevölkerung diese Einstellung gewandelt und wir werden Tag für Tag umweltbewusster.

Das Denken vieler Menschen hat sich beim Konsum verändert. Die Erde soll freigehalten werden von Schadstoffen. Deshalb willst Du eine umweltbewusste Entscheidung über nachhaltige Optionen treffen. Ökologische und nachhaltige Einwegteller sind einfach zu handhaben und nach dem Gebrauch zu entsorgen.

Ökologische Einwegteller sind unter anderem aus folgenden Materialien erhältlich:

  • Blätter von Arekapalme
  • Zuckerrohr-Bagasse
  • Maisstärke
  • Weizenkleie
  • Holz

Jedes Ausgangsmaterial hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Es gibt mittlerweile einige umweltfreundliche Produkte auf dem Markt auf grundlage dieser Materialien– dieser Beitrag wird sich aber auf den Herstellungsprozess von Areka-Palmblatttellern konzentrieren. Für uns sind die Palmblattteller die ideale Lösung bei Einweggeschirr.

Viele Anwender bevorzugen Areka-Palmblattteller für das Servieren von Speisen bei Feiern, Picknicks oder Caterings hauptsächlich aufgrund ihrer Einfachheit. Sie sind nachhaltig zu produzieren und für den Verbraucher leicht in der Anwendung. Aufgrund ihrer Stabilität eignen sie sich sogar zum Kellnern. Und das Beste an ihnen ist, dass für die Herstellung keine Bäume gefällt oder Plantagen angelegt werden müssen. Zur Herstellung der ökologischen Einwegteller werden die Blätter von lokalen Bauern gesammelt.

Die Areka-Palme

Die Areka-Palme (auch Areca-Palme, wissenschaftlicher Name Areca Catechu) wächst nur in den tropischen Klimazonen. Kultiviert wird die Areka-Palme zur Gewinnung der Betelnüsse (auch Areca-Nuss genannt), die diese Bäume produzieren.

Indien ist der führende Produzent für Betelnüsse und verfügt über die bedeutendste Anbaufläche für Arekapalmen. Zu finden ist die Pflanze aber auch in Ländern, wie Sri Lanka, Myanmar, Indonesien und Vietnam, welche ebenfalls Areca-Nüsse produzieren. Wenn du mehr zur Areka-Palme erfahren möchtest, kann du dir gerne diesen Beitrag anschauen.

Areka-Palme Wurzelansatz

Areka-Palme

Wurzelansatz einer Areka-Palme

Betelnüsse

Das Kauen der Areka-Nüsse zusammen mit dem Betelblatt hat in Indien eine lange Tradition und man nimmt heute an, dass das Betelkauen bereits seit über 1000 Jahren praktiziert wird. Einige Quellen berichten sogar davon, dass diese Tradition schon mehr als 7500 Jahre alt sei.

Konsumenten kauen die Areka-Nüsse und Betelblätter (denen nachgesagt wird, dass sie positive medizinische Effekte haben) zusammen mit Tabakflocken. Die Betelnuss selbst hat eine fasrige Schale an der Oberfläche und erinnert damit an die Kokosnuss.

Nach dem Entfernen dieser fasrigen Hülle, wird die Nuss in der Regel 45-60 Tage lang in der Sonne getrocknet. Die Nuss wird während dieser Zeit hart und färbt sich nach dem Trocknen dunkelbraun. Die Nuss wird jedoch auch im ungetrocknetem Zustand verzehrt. Aktuell gibt es unterschiedlichste Untersuchungen dazu, wie die fasrige Schale der Betelnuss eingesetzt werden kann. Unter anderem wird daran gearbeitet die Fasern zur Verstärkung von Kompositwerkstoffen einzusetzten.

Wo wird die Areka-Palme angebaut?

In Indien wächst die Areka-Palme nur in niederschlagsreichen Gebieten. Sie benötigt dabei ein Temperaturniveau von 14-36 Grad Celsius – die Wohlfühltemperatur liegt bei 23-27 Grad Celsius.

Es gibt in Indien acht verschiedene Sorten der Areka-Palme, die zur Produktion der Betelnuss angebaut werden. Die Sorte wird dabei aufgrund des geografischen Anbaugebietes und den damit verbundenen Umgebungsbedingungen ausgewählt.

Für Küstengebiete wird die Sorte „Sreevardhana“ genommen. Sie wächst hoch und produziert runde Arekanüsse.

Nach Angaben des Dasd (Direktorat für die Entwicklung von Arecanut und Gewürzen) wurde die Areka-Palme im Jahr 2018 auf einer Gesamtfläche von 518.236 Hektar angebaut.

Der Gesamtertrag für dasselbe Jahr betrug 853.114 Tonnen Arekanüsse. In Karnataka wird neben anderen indischen Bundesstaaten eine große Anzahl von Areka-Palmen angebaut (279.000 Hektar). Der Bundesstaat hat damit einen erheblichen Anteil an der Produktion der Betelnüsse am indischen Markt. Der Bundesstaat Tamil Nadu, wo auch die Palmblattteller für quau produziert werden, hat Betelnusspalmen auf einer Fläche von 6.838 Hektar angebaut und ist damit der 6.-größte Produzent des Landes.

Rohmaterial für die Teller – Die Palmblattscheiden

Eine Areka-Palme verliert in einem Jahr vier bis sieben Blätter. Diese Blätter wurden in der Vergangenheit als Agrarabfall betrachtet und einfach weggeworfen oder verbrannt.

Durch die zunehmende Bedeutung der ökologischen Einwegteller haben die Blattscheiden im Geschäft mit den Areka-Palmtellern erheblich an Bedeutung gewonnen. Nachdem das Blatt durch den Baum abgeworfen wurde, gelangt die Blattscheide in die Herstellung von Areka-Palmblatttellern. Aus einem Blatt können je nach Größe mehrere Teller hergestellt werden. Die Reste, die bei der Produktion anfallen werden kompostiert und zurück auf die Plantage gebracht. Von einem Hektar Areka-Palmen kann man so bis zu 3000 Areka-Blattscheiden jährlich erhalten. Das Potential für die Produktion nachhaltiger Einwegteller ist damit enorm.

Die Landwirte sammeln die Palmblätter mehrfach täglich auf der Plantage, breiten sie aus und lassen sie in der Sonne trocknen. Anschließend werden sie gebündelt und abgeholt oder direkt zur nächstgelegenen Produktionsstätte geschickt. Der erste Schritt in der Produktion besteht darin, die Blätter zu sortieren und gründlich zu reinigen.

 

Gebündelte Areka-Palmenblätter

Gebündelte Palmblätter

Getrocknete und gebündelte Palmblätter warten auf die Verbringung zur Produktion.

Wie werden Palmblattteller hergestellt?

Die trockenen Blattscheiden werden ca. 20 Minuten lang in frischem Wasser eingeweicht. Mit Hilfe einer weichen Bürste schrubbt ein Arbeiter den Staub und die Sandpartikel der Hülle ab. Dann werden die Blätter bis auf eine definierte Restfeuchte getrocknet und zum Pressen gebracht. Diese ist wichtig für den Pressvorgang. Sind die Blätter zu trocken, bricht das Blatt, sind diese zu feucht, behält der Teller am Ende nicht seine gewünschte Form.

Einwegteller aus der hydraulischen Presse

Die Blätter werden unter Einwirkung von Druck und Hitze in Form gepresst. Die Produktionseinheit besteht aus einem oberen und einem unteren Presskopf. In diesen Pressköpfen befindet sich eine elektrische Spule, welche sich durch elektrischen Strom aufheizt und damit die Pressköpfe erhitzt. Die Temperatur für die Pressköpfe wird in Abhängigkeit von der Größe und Stärke des Blattes und der zu erzeugenden Form eingestellt.

Je kleiner die Größe des Tellers ist, desto niedriger ist die Temperatur. Zum Beispiel wird eine 15cm-Tellerpresseinheit mit quadratischem Querschnitt auf 60 und 50 Grad Celsius für den oberen und unteren Presskopf eingestellt, während ein 25cm-Quadrat-Teller 80 und 70 Grad Celsius für den oberen und unteren Presskopf benötigt. Die Maschinen werden alle individuell eingestellt. Zu beachten ist dabei auch die Beschaffenheit des Blattes. Jedes der Blätter ist individuell, sodass die angegebenen Werte nur Richtlinien sind. Man benötigt viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, um von der Restfeuchte, der Struktur des Blattes und der gewünschten Form die ideale Kombination aus Druck und Temperatur zu wählen.

Das Palmblatt wird zwischen die Pressköpfe gelegt und anschließend gepresst, wodurch das Blatt die Form des gewünschten Tellers erhält. An den Kanten der Pressköpfe befinden sich Messer, die während des Pressvorgangs dafür sorgen, dass überstehende Rest des Blattes abgeschnitten werden. Vereinzelt werden die Teller nachgeschnitten, um den Ausschuss zu reduzieren und das Blatt optimal zu nutzen.

An dieser Stelle soll noch einmal herausgestellt werden, dass während des gesamten Produktionsprozesses KEINE chemischen oder synthetischen Bindemittel zum Einsatz gekommen sind. Der Teller wurde nicht behandelt und erhält keine Beschichtung. Diese ist von Natur aus vorhanden und ist ein Teil des Palmblattes.

Hydraulikpresse für Palmblattteller
Geschlossene Hydraulikpresse mit Palmblatt
Gepresster Palmblattteller in Hydraulikpresse

Schnittreste

Nachdem die Blätter zu Tellern gepresst wurden, werden die verbleibenden Teile des Blattes als Agrarabfall betrachtet. Die Reste werden gesammelt und verkompostiert. Sie dienen als natürlicher Dünger für die Pflanzen.

Teller gepresst und wie geht es weiter?

Nachdem die Areka-Palmblätter zu Tellern gepresst wurden, werden die Teller durch die Arbeitskräfte gesammelt und im Anschluss erneut begutachtet. Die Einwegteller werden dabei von Hand sortiert, die Ränder geschliffen und die Flächen poliert, um ein glattes schönes Finish zu erreichen. Durch diesen Prozess werden auch letzte feuchte Stellen, sowie Schmutzflecken und Staub entfernt. Das ist wichtig, denn ist der Feuchtigkeitsgrad der Teller während des Verpackens zu hoch kann sich Schimmel bilden und die Teller werden nutzlos.

Vor dem Weiterverarbeiten müssen die Teller deshalb unbedingt trocken sein. Sind diese frei von Feuchtigkeit, werden die Palmblattteller mit Hilfe von UV-Licht behandelt, welches Schimmelpilze und Mikroben daran hindert sich auf dem Teller zu verbreiten. Sie werden so desinfiziert und anschließend für die Verpackung vorbereitet.

Die Palmblattteller werden in der Regel mit Schrumpffolie verpackt und sind anschließend bereit für den Versand zum Kunden.

Die Teller werden aus Indien heraus in die ganze Welt versendet. Sie finden immer größere Verbreitung und eine steigende Anzahl von Anhängern. Sie sind eben die nachhaltige ökologische Alternative für Einwegteller und ein Geschenk der Natur.

Qualitätskontrolle Palmblattteller

Qualitätskontrolle unserer Palmblattteller

Vor dem Verpacken werden alle Tellern noch einmal auf ihre Qualität hin begutachtet.

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